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Granatapfel (Punica granatum L.)


Der Gattungsnahme Punica leitet sich von punic(e)us ab und geht auf die römische Bezeichnung für Phönizier zurück. Der Artname granatum bedeutet „Korn“, „Kern“, „Samen“. Betrachtet man das Innere des Granatapfels, so weiß man, warum dieser Artname entstanden ist.
Die ursprüngliche Heimat des Granatapfelbaumes bzw. Strauches ist das Gebiet des heutigen Irans und Nordindiens. Der sommergrüne Baum/Strauch wurde aber bereits vor 5000 Jahren im Mittelmeerraum kultiviert und heute auch in den USA, Chile, Argentinien, Brasilien und Südafrika angebaut. Der älteste Fund eines verkohlten Granatapfels stammt aus der Frühbronzezeit. In Ägypten und auf Zypern wurden in der Spätbronzezeit farbige Glasgefäße in Form von Granatäpfeln hergestellt. In der Türkei fand man zyprische Vorratskrüge mit über 1000 Granatapfelsamen.
Der Granatapfel machte aber schon in der griechischen Mythologie auf sich aufmerksam. Er wurde dem Gott der Unterwelt zugeschrieben. Hades entführte Persephone und nahm sie mit in die Unterwelt. Zeus beschloss, dass das Mädchen zurück zu ihrer Mutter dürfe, wenn sie in der Unterwelt nichts gegessen habe. Doch kurz vor der Rückkehr gab Hades ihr Granatapfelkerne in den Mund. Da sie nun doch etwas gegessen hatte, musste sie von nun an ein Drittel des Jahres mit Hades in der Unterwelt verbringen und den Rest mit ihrer Mutter Demeter. Ebenfalls aus der griechischen Mythologie stammt das Urteil des Paris. Er musste entscheiden, wer die schönste Göttin sei – Hera, Athene oder Aphrodite.
Der Granatapfel steht als Symbol für Macht und Herrschaft (Reichsapfel) sowie auch für Liebe und Fruchtbarkeit. „Ein Lustgarten sproßt aus dir, Granatbäume mit köstlichen Früchten, Hennadolden, Nardenblüten“
(aus: Die Bibel. Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung)
Die Frauen der Antike wussten bereits um die Wirkung der Frucht und nutzten sie als Aphrodisiakum. Aufgrund des Aussehens wird der „Liebesapfel“ dem weiblichen Geschlecht zugeordnet. Nach wie vor ist nicht sicher, ob der Baum der Erkenntnis, von dem Adam und Eva die verbotene Frucht aßen, auch ein Granatapfelbaum gewesen ist. In vielen Religionen wird die Frucht erwähnt. In der katholischen Kirche gilt der Granatapfel als ein Symbol für Jesus. Im Wappen des Ordens der Barmherzigen Brüder findet sich der Granatapfel mit Kreuz. Dieses Symbol wurde aus dem Wappen der Stadt Granada übernommen, wo dieser Orden seinerzeit gegründet wurde. Es besteht auch die Vermutung, dass die Stadt ihren Namen vom Granatapfel erhalten hat, da die umliegende Gegend nach wie vor ein wichtiges Anbaugebiet von Granatäpfeln ist.
Der Granatapfel ist eine Scheinfrucht bzw. ledrige Beere (da das Fruchtfleisch nicht fleischig ist) mit einem Durchmessen von 5 – 15 cm. Diese besondere Fruchtform wird auch Balausta bezeichnet. Die Form der Frucht ist ähnlich einem Apfel mit auffälligen Kelchzipfel. Zur Reife wird die ledrige Haut des Granatapfels hell- bis dunkelrot bzw. bräunlich. Im Inneren befinden sich unzählige Samen. Jeder Samen ist von einer rubinroten Samenschale umgeben. Die Früchte reifen nach der Ernte nicht nach.
Der Granatapfel zählt zu den Venuspflanzen. Diese sind immer ungiftig und entwickeln oftmals essbare Früchte. Venuspflanzen gelten als Wohltäter; sie harmonisieren Rezepte mit stark wirkenden Stoffen und sollen deshalb immer in Rezepte integriert werden. Granatapfelkerne enthalten pflanzliche Östrogene, das sogenannte Östron, eine schwach wirksame Östrogenart. Diese geringe Menge an Östrogen vitalisiert Männer wie Frauen. In arabischen Ländern nutzen sowohl Männer als auch Frauen dieses Wissen und kauen die Kerne um sich fit zu halten.
Historisch betrachtet wurden Granatäpfel zur Behandlung verschiedener Krankheiten genutzt. Vor allem bei Durchfall und Geschwüren. Die Wurzel, Rinde und gekochte Schale wurde bei Befall von Bandwürmern eingesetzt. Aus den Samen der Früchte wird das kostbare Granatapfelsamenöl gewonnen. Dieses Öl ist aufgrund seines außergewöhnlichen Fettsäuremusters einzigartig. Es besitzt einen sehr hohen Anteil an hochungesättigten, sogenannten konjugierten, Fettsäuren, die im Pflanzenreich kaum vorkommt. Diese Punicinsäure gehört zu den „Omega-5-Fettsäuren“. Eine Wohltat für unseren Körper! Außerdem ist in dem fetten Öl das Phytoöstrogen 17-alpha-Estadiol enthalten. Dieser Inhaltsstoff wirkt stark ausgleichend auf unser Hormonsystem.

Anwendungsbereiche von frischen Granatäpfeln
Frische Früchte/Kerne verzehren. In der nordindischen Küche werden oftmals die getrockneten Kerne für die vorwiegend vegetarische Kost verwendet. Durch Einkochen der Früchte/Samen wird Grenadine gewonnen, die zum Aromatisieren von Süßspeisen und Getränken dient.
• Hormonelle Schwankungen
• Wechseljahrsbeschwerden
• Schlafstörungen
• Scheidentrockenheit
• Trockenheit von Augen, Nase und Mund
Wenn möglich täglich die frischen Kerne genießen. Samen nicht ausspucken, sondern schlucken! Aus den getrockneten Samen (mit Fruchtfleisch) können Tinkturen hergestellt werden. Davon 3 x täglich 10 – 15 Tropfen einnehmen.
Sollte ein Spannungsgefühl in der Brust auftreten, oder sich die Menstruation verstärken, die Einnahme der Kerne reduzieren bzw. absetzen. Bei längerer Anwendung kann auch eine vitalisierende Wirkung zu Schlafstörungen führen. Eine Wechselwirkung mit Schilddrüsenhormonen ist denkbar.

Anwendungsbereiche von Granatapfelsamenöl
Granatapfelsamenöl wird durch Kaltpressung der Samen unter Ausschluss von Hitze, Licht und Sauerstoff gewonnen. Die Haltbarkeit des Öls bei kühler und lichtgeschützter Lagerung liegt bei 12 Monaten ab Herstellung.
Innerlich eingenommen dient es der
• Regulation des Cholesterinspiegels
• Stärkung des Immunsystems
• Vorbeugung von Arteriosklerose
• Vorbeugung von Alterserscheinungen der Haut
• Stabilisierung bei seelischen Schieflagen
• Neubildung von Zellen
• Regeneration der Haut
• Pflege reifer Haut
Granatapfelsamenöl stärkt aufgrund der starken antioxidativen Wirkung unser Schutzschild Haut. Es fördert die Regeneration der Haut und reduziert eine vorzeitige Hautalterung.
Granatapfelsamenöl ist ein sogenanntes Wirkstofföl und kann in einer 10%igen Verdünnung mit anderen Pflanzenölen verwendet werden.
Pur angewandt als Hautregenerationsöl für Gesicht und Hals für eine maximale Dauer von 4 Wochen.

Granatapfeltinktur
Kerne eines Granatapfels aus der Schale lösen und samt dem Fruchtfleisch bei 50° im Backofen eintrocknen lassen. Kerne leicht anmörsern, in ein Glas geben und mit 40%igem Alkohol auffüllen.
2 – 3 Wochen unter gelegentlichem Schütteln ziehen lassen. Filtern und in dunkle Flaschen füllen.

Intimpflege in den Wechseljahren
20 ml Mandelöl
30 ml Granatapfelkernöl
6 Tr. Rose
2 Tr. Muskatellersalbei
1 Tr. Ylang-Ylang extra bio

Granatapfel Granité
3 Orangen / Blutorangen
1 Tr. äth. Limettenöl
4 Granatäpfel
200 g Frischkäse
75 g Zucker
2 Tr. äth. Vanille-Extrakt
Orangen auspressen. Granatäpfel halbieren und entsaften. Alle Zutaten kräftig aufschlagen, in eine Schüssel geben und im Tiefkühlschrank gefrieren lassen. Zwischendurch mit einem Löffel durchrühren, damit Kristalle entstehen. In Gläser füllen und servieren.

Die Zutaten gibt es bei feeling.at

Vorgenannte Tipps dienen nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich dazu, das Wohlbefinden zu steigern. Laufende Behandlungen beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten dürfen nicht abgesetzt werden.

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Quellenangaben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Granatapfel; Ruth von Braunschweig „Pflanzenöle, Qualität, Anwendung und Wirkung“, Stadelmann Verlag; Krist,Buchbauer,Klausberger „Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle“, SpringerWienNewYork; Heide Fischer „Frauenpflanzen“, Nymphenburger; Die Bibel. Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung. Katholische Bibelanstalt GmbH; http://www.deutsche-liebeslyrik.de/lied/lied.htm; https://educalingo.com/de/dic-es/balausta;


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