Aromatische Neuigkeiten aus dem Aroma-Garten

Sternanis

(Illicium verum Hook.f.)

Synonyme: Badian, chinesischer Sternanis

Sternanis ist eine Gebirgspflanze, die in Südchina und Nordvietnam bis in Höhen von 2000 m wächst. Dort und auf den Philippinen wird die Pflanze auch heute noch angebaut und darf nicht mit dem Japanischen Sternanis, der höchst giftig ist, verwechselt werden.
Der immergrüne Baum, der bis zu 100 Jahre alt werden kann, erreicht eine Höhe von bis zu 20 m und erinnert vom Blattwerk her an unsere Magnolien. Aus den 1 cm großen, weiß bis rosa gefärbten Blüten, entwickeln sich achtfächrige Kapseln, die bei der Reife sternförmig aufbrechen und dem Gewürz auch den chinesischen Namen bā jiӑo (acht Ecken) geben. Die Früchte werden händisch geerntet und in der Sonne getrocknet. Im Handel wird zwischen den verschiedenen Sorten und Qualitäten nicht unterschieden. Als Gewürz werden die getrockneten Kapseln verwendet, die intensiv anisartig riechen und süß und lakritzig schmecken.
Sternanisfrüchte sind reich an ätherischen Ölen (5 – 8 %) vor allem trans-Anethol (bis zu 91 %). Dieser Inhaltsstoff ist auch der Hauptbestandteil von Fenchel und Anis. Die leichte Kampfernote erhält Sternanis von 1,4 Cineol, einer eher seltenen chemischen Verbindung.

In der Biotechnologie dienen die Sternanisfrüchte der Gewinnung von Shikimisäure, welche der Ausgangsstoff für die Herstellung von Oseltamivir ist. Dieses Mittel wird erfolgreich gegen Influenzaviren eingesetzt. Ca. 30 kg Sternanis ergeben ungefähr 1 kg Shikimisäure. In der TCM wird Sternanis schon seit Tausenden von Jahren bei Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden eingesetzt. Es wird als wärmendes Gewürz beschrieben und auch zur Stärkung von Organen, wie Herz, Niere, Blase eingesetzt.

  • Eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2013 stellte heraus, dass die Inhaltsstoffe antibakterielle sowie antivirale Eigenschaften aufweisen.
  • Eine Studie aus 2014 hat ergeben, dass Sternanis als natürliches Pestizid bei gewissen Schädlingen wirksam ist.
Mehr über wissenschaftliche Arbeiten sind im Buch „Aromatherapie für Pflege und Heilberufe“ von Eliane Zimmermann nachzulesen.

Sternanis wird vorwiegend in der chinesischen Küche als Gewürz eingesetzt. Er ist Bestandteil des Fünf-Gewürze-Pulvers, das in der chinesischen Küche für verschiedene Speisen verwendet wird. Außerhalb Chinas konnte sich Sternanis kaum durchsetzen. In geringen Mengen in thailändischen Currypasten, in Vietnam für die typische nordvietnamesische Nudelsuppe oder bei uns als weihnachtliches Gewürz. So z.B. für Marmeladen. Am bedeutendsten ist die Verwendung in Anisschnäpsen, wie Ouzo, Raki, Pernod, in denen das echte Anisöl durch das wesentlich billigere Sternanisöl ersetzt wird.

In der Aromatherapie wird das ätherische Sternanisöl leider selten verwendet. Gewonnen wird das Öl mittels Wasserdampfdestillation der Früchte.

Anwendungsgebiete:
• Muskelschmerzen
• Rheuma
• Bronchitis
• Erkältungen
• Blähungen
• Koliken
• Magenverstimmungen
• Menstruationsbeschwerden
Im psychischen Bereich ist das ätherische Öl für Erwachsene, die als Kind darunter litten, dass die Mutter nicht nur ausschließlich für sie da war, einzusetzen. Mit dem Sternanis-Duft kann dieses Thema aufgearbeitet werden. (Sandra Ananda „Vom Geist in der Flasche“)

Sternanisöl mischt sich gut mit Rose, Lavendel, Zitrusdüften und Holzölen.

Raumduft:
12 Tr. (Yuzu) Zitrone
1 Tr. Sternanis
4Tr. Mimose
2 Tr. Sandelholz
1 Tr. Atlas Zeder
Von dieser Grundmischung einige Tropfen in den Diffuser.

Menstruationsbeschwerden:
Bauchmischung:
20 ml Mandelöl
2 Tr. Sternanis
2 Tr. Koriander
2 Tr. Fenchel süß
4 Tr. Mandarine
Mit dieser Mischung den Bauch im Uhrzeigersinn massieren. Wärmeflasche auflegen.

Teezubereitung:
3 TL gemörserten Sternanis mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 15 Min. ziehen lassen. Durch ein Sieb gießen und bei Atemwegsproblemen oder Verdauungsproblemen täglich 3 Tassen Tee trinken.

Nebenwirkungen:
Für Babys, Kinder und schwangere Frauen ist das ätherische Öl nur stark verdünnt anzuwenden. Nicht anzuwenden bei Uterusmyomen, östrogenartigen Kanzerosen und bei Prostatahyperplasie. Anetholreiche ätherische Öle sollen nicht von Alkoholkranken verwendet werden. Auch eine Erkrankung der Leber und die Einnahme von Paracetamol gelten als Kontraindikation.


Vorgenannte Tipps dienen nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich dazu, das Wohlbefinden zu steigern. Laufende Behandlungen beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten dürfen nicht abgesetzt werden.

Quellenangaben:
Teedrogen und Phytopharmaka, Max Wichtl; https://utopia.de/ratgeber/sternanis-wirkung-und-verwendung
www.satureja.com
Sandra Ananda, Vom Geist in der Flasche: Eliane Zimmermann, Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe; Dietrich Wabner, Christiane Beier, Aromatherapie, Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis; Gernot Kratzer, Jonas Fansa, picantissimo – Das Gewürzbuch.

News Nachlese: August (öffnet ein eigenes Fenster)

 

 

Sternanis



 

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