Gänseblümchen - Wirkung und Anwendung

„Richtet die Gebärmutter auf“

Bellis perennis

Gänseblümchen

Alle kennen es, alle lieben es – das Gänseblümchen! Es zählt zu den ersten Frühlingskräutern die gesammelt werden können. Auf kurz gehaltenen Wiesen breiten sich ganze Teppiche dieser lieblichen Pflanze aus. Das Gänseblümchen ist sehr widerstandsfähig. Niedergetretene Blüten richten sich nach kurzer Zeit wieder auf und strecken ihre lieblichen Blüten in die Höhe.

Der Legende nach sind Gänseblümchen in der Zeit entstanden, als Maria bei ihrer Flucht aus Ägypten weinte. Jede einzelne Träne verwandelte sich zu einem Gänseblümchen.

Allgemeines zum Gänseblümchen

Das Gänseblümchen aus der Familie der Korbblütler ist eine bis zu 15 cm hohe, rasig wachsende, behaarte Pflanze. Die Blätter sind alle in einer grundständigen Rosette vereinigt. Spatelförmig bis schmal verkehrteiförmig, einnervig, am Grund plötzlich in den breiten Stiel verschmälert. Der Stängel ist schaftartig, blattlos. Jede Blattrosette bringt ununterbrochen aufsteigende bis aufrechte, blattlose, meist 5 – 15 cm lange Blütenstandschäfte mit einzeln stehenden Blütenkörbchen hervor. Was für den Laien wie eine einzelne Blüte aussieht, ist tatsächlich eine Scheinblüte. Es handelt sich hier um einen körbchenförmigen Blütenstand, bestehend aus mehr als hundert Einzelblüten. Vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst blühen die Gänseblümchen unermüdlich. Das Körbchen richtet sich nach der Sonne und schließt sich am Abend wieder. Öffnen sich die Blüten morgens nicht, so kann das auf Schlechtwetter deuten.  

Der botanische Name setzt sich aus bellis – die Schöne und perennis – das ganze Jahr über blühend zusammen. Im Volksmund wird das Gänseblümchen auch Maßliebchen, Tausendschönchen oder Regenblume benannt. Auch die Bezeichnung Mutterblümchen findet sich in der Literatur. Dieser Name deutet auf die Verwendung der Pflanze als Gebärmutterpflanze hin. In der Volksheilkunde wurden Kindern, die zu Krämpfen neigten, Gänseblümchenkränze unter das Kopfkissen gelegt.

Die ersten drei Gänseblümchen, die man im Frühjahr erblickt, sollen auf der Stelle gegessen werden, damit Gesundheit für das ganze Jahr garantiert wird.

Inhaltsstoffe: Saponine, wenig ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Vitamin C. 

Verwendung: Bekannt ist die blutreinigende Wirkung des Gänseblümchens, welches bei Hauterkrankungen (Akne) und Leberleiden eingesetzt wird. Frühjahrsmüdigkeit wird durch die stoffwechselanregende Wirkung vertrieben. Bei Kindern ist der Gänseblümchen Hustensirup sehr beliebt. Die Kombination mit Primel- und Holunderblüten, Thymian und Spitzwegerich ergibt einen feinen Hustentee für Jung und Alt. 

Als Frauenkraut wird das Gänseblümchen in Zeiten der Kraftlosigkeit und nach großen Anstrengungen – wie nach der Geburt – verwendet. Es gilt als „Arnika der Gebärmutter“.

Wegen der vorgenannten Wirkstoffe wirkt die Pflanze auch entwässernd.

Auch in der Küche findet das Gänseblümchen Verwendung. Blätter, Blüten und Knospen werden zu Salz und Suppen verarbeitet oder einfach über den Salat gestreut. Dafür am besten die halbgeöffneten Blüten verwenden, da die vollentwickelten bitter schmecken können.

Auf der emotionalen Ebene wirkt das Gänseblümchen aufrichtend, stärkt das Selbstvertrauen, hilft beim Loslassen von Vergangenem und bringt uns den Schwung, Neues zu beginnen.

Praktische Tipps für die Anwendung

Blütenessenz aus Gänseblümchen

Einige Blüten des Gänseblümchens in einer kleine Schüssel mit Wasser übergießen und für einige Stunden in die Sonne stellen. Danach ein Pipettenfläschen zu ¾ mit dieser Essenz füllen und den Rest mit Schnaps auffüllen. Von dieser Blütenessens 4 x tgl. 5 Tropfen auf die Zunge geben.

Wenn das Leben schwer, wenn das Selbstvertrauen im Keller ist, wenn jede Arbeit mühsam wird, ist diese Tinktur sehr hilfreich. Die Einnahme regelt sich von selbst, wenn man mit sich selbst wieder im Reinen ist.

Gänseblümchensalz

1 Handvoll Gänseblümchen zerkleinern und mit Meersalz vermengen. Für gut eine Woche ins Kühle stellen und gut durchziehen lassen. Immer wieder durchschütteln. In der Küchenmaschine zerkleinern und im Backrohr trockenen lassen.

Quellenangaben:

Heide Fischer; Frauenheilpflanzen