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Myrrhe (Commiphora molmol)



Myrrhe ist das getrocknete Gummiharz des stacheligen Myrrhebäumchens, welches in den Wüstenregionen rund um das rote Meer beheimatet ist. Der kleine Baum zählt zu den Balsambaumgewächsen und wird kaum 3 m hoch. Aufgrund der sehr trockenen Standorte besitzt das Bäumchen kleine, ledrige Blätter, um die Verdunstung zu verringern. Diese sind in Büscheln an den Zweigen angeordnet und meist dreizählig, wobei das mittlere Blatt größer als die beiden Seitenblätter ist. Aus rosafarbenen oder gelben Blüten entwickeln sich braune Früchte. Blätter und Blüten wachsen an knorrigen, spitzdornigen Ästen.
Gewonnen wird das Harz aus der verletzten Rinde des Baumes. Beim Trocknen kristallisiert der Saft zu Harzbrocken, die weiß bis orangerot erscheinen. Der Name Myrrhe leitet sich aus dem arabischen „Murr“ ab, was so viel wie bitter heißt.
In der griechischen Mythologie ist Myrrha, auch Smyrna die Mutter von Adonis. Smyrna, die Tochter von König Kinyras von Zypern wird wegen Inzests mit ihrem Vater in einen Myrrhebaum verwandelt und weint bittere Tränen. Diese Tränen sind das wertvolle Harz des Baumes. Nach neun Monaten öffnet sich der Baum und Adonis wird geboren.
In literarischen Werken aus dem babylonischen Raum, dem sogenannten Gilgamesch-Epos (ca. 1800 – 1595 v.Chr.) wird erzählt, dass der Urahn aller Menschen sich bei den Göttern für die Rettung aus der Sintflut mit Rauchopfern bedankte, das aus Zeder, Süßholz und Myrrhe bestand. Babylonische Salben waren im Altertum begehrte Handelsware und ein wichtiger Exportartikel. Der Reichtum der Sabäer und Minäer entstand durch den Handel mit Weihrauch und Myrrhe. Seit dem Altertum ist die Myrrhe als Heilmittel sowie zum Einbalsamieren von Toten bekannt. Man dachte, dass das verräucherte Harz Krankheiten abwenden und das Leben schützen könne. Vor hunderten von Jahren erkannten die Chinesen bereits die heilende Wirkung von Myrrhe. Auch in der Bibel wird Myrrhe oftmals genannt. Im Matthäusevangelium wird von den Weisen aus dem Morgenland erzählt, die dem neugeborenen König der Juden Geschenke in Form von Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten.
Im alten Rom wurden die Weißfässer mit Myrrhe ausgeräuchert, um den Wein haltbarer zu machen.
Myrrheöl stärkt und schützt unser Nervensystem, sodass man sich wieder wohl in seiner Haut fühlt. Aufgrund des hohen Anteils an Sesquiterpenen ist Myrrhe ein hautpflegendes Öl, das auch kleine Wunden heilt - unsere Haut wird widerstandsfähiger.
Das bei uns im Handel erhältliche Myrrhehar stammt vermutlich aus verschiedenen Commiphorenarten.
Das ätherische Öl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen.

Anwendungsbereiche von Myrrhe:
• Hautpflege
• Zellregenerierend
• Schrunden
• Altershaut
• Mundpflege
• Aphten
• Unruhe und nervöse Anspannung
• Wundliegen (Prophylaxe)
• Husten
• Bronchitis
• Hämorrhoiden/adstringierend
• Verdauungsfördernd

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Mischt sich gut mit sämtlichen Zitrusölen, Blütenölen wie z.B. Jasmin und Rose, Wacholder, Weißtanne, Zypresse und sämtlichen Gewürzölen.

Nebenwirkungen:
Da noch keine Studien zur Unbedenklichkeit der Anwendung vorliegen, sollen auf Myrrheharz, ätherisches Öl bzw. auch auf Myrrhepräparate in der Schwangerschaft verzichtet werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern nur in einer sehr geringen Konzentration < 0,5 % verwenden.

Anwendungen:

Als Gesichtspflege in einer Gesichtscreme in Kombination mit Neroli, Rose oder Weihrauch.

TIPP! Tolle Rezeptideen gibt es auch auf der homepage der Firma feeling (hautpflegendes, erdendes Körperöl und einen Hustenbalsam).

Mundwasser:

30 ml Salbeitinktur
10 Tr. Pfefferminze
5 Tr. Teebaum
5 Tr. Zitrone
10 Tr. Myrrhe

Bei Zahnfleischproblemen 2 – 3 Tropfen der Mischung in ein Glas lauwarmes Wasser geben und den Mund damit spülen ( 2- 3 x tgl.).

Myrreöl ist ein sehr zähflüssiges Öl. Deshalb vor Gebrauch im Wasserbad vorsichtig erwärmen!

TIPP! Aus Blutwurz (Potentilla erecta) einen Tee zubereiten und 10 Tropfen Myrrhetinktur aus der Apotheke dazugeben. Soll bei Zahnprothesen-Druckstellen erfolgreich wirken.



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Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“
Foto (Chinesische Bitterorange): I, BS Thurner Hof


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