Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Gewürznelke (Syzygium aromaticum)



In Asien werden Gewürznelken auch „Blumen der Götter“ genannt. Sowohl das Gewürz als auch das ätherische Öl sind ein wichtiger Bestandteil der asiatischen, aber auch der tibetischen Medizin. Die ältesten Beschreibungen zur Gewürznelke finden sich in der indischen und chinesischen Literatur. Sie wurden als Heilmittel für Magen, Darm, Leber, Niere, Kopf und Zähne verwendet. Die europäische Klostermedizin lehrt, dass die Gewürznelke die Bitterkeit des Herzens vertreibt und einen Brummschädel beseitigen kann. Sie waren in dieser Zeit genauso kostbar wie Gold und auch Ursache von Gewürzkriegen.
Bis vor 200 Jahren war die Heimat des Gewürznelkenbaumes ausschließlich die Molukken – die Gewürzinseln. Durch die Araber gelangte das Gewürz in den Mittelmeerraum. Weil Gewürznelken handgeschmiedeten Nägeln ähneln, nannte man sie im Mittelalter „Nägelein“ Sie galten im Christentum als Symbol für Christus, der ans Kreuz genagelt wurde. Was wie ein Nagel aussieht, ist die von vier Kelchblättern gehaltene Knospe der Gewürznelkenblüte. Diese müssen von Hand geerntet werden, noch bevor sie sich öffnen. Nach der Ernte werden die grünen Blütenknospen getrocknet und verfärben sich bei diesem Vorgang braun. Gewürznelken wirken anregend, steigern die Durchblutung, fördern den Appetit und die Verdauung. Sie wirken antibakteriell und verhindern bei Anwendung auf rohem Fleisch die Vermehrung von E. Coli Bakterium.
Nicht nur in der süßen Küche werden Gewürznelken verwendet. In Frankreich wird Geflügel, Wild oder Rind damit gewürzt, im Nahe Osten sind Gewürznelken Bestandteil der Gewürzmischung Baharat. Für diese Mischung gibt es viele Rezepturen. Oft hat jede Familie eine eigene Mischung. In Ostafrika werden Nelken in Schmorgerichten verwendet. In Äthiopien und Eritrea wird mit Nelken gewürzter Kaffee und Tee getrunken.
Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus Blättern und Blütenknospen, seltener aus den Nelkenstielen, gewonnen. Das Nelkenknospenöl ist etwas teurer, liefert den wärmeren Duft und ist besser verträglich als Nelkenblätteröl, das krautiger riecht und einen höheren Eugenolgehalt aufweist.

Anwendungsbereiche von ätherischem Nelkenknospenöl:
Nelkenknospenöl wird oft bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen eingesetzt, weshalb das ätherische Öl oft in Mundwässern und Zahnpasten enthalten ist. Das stark erwärmende Öl wirkt entkrampfend und kann daher auch bei Verdauungsproblemen eingesetzt werden. Auch als Geburtshelfer wird dieses Öl von erfahrenen Hebammen – physisch wie psychisch – eingesetzt. Es stimuliert den Uterus, fördert Wehen und mindert die Angst vor der Geburt.
• Bronchitis
• stark antiviral
• Entzündung der Mundschleimhaut
• stark antibakteriell
• Zahnschmerzen
• verspannte Muskulatur
• rheumatischen Beschwerden
• entzündungshemmend
• pilzhemmend
• Geburtsvorbereitung

Nelkenknospenöl aktiviert das Gehirn und unterstützt das Konzentrationsvermögen. Es hilft auch dabei, neue Wege zu gehen und Veränderungen im Leben positiv anzunehmen.

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Ich mische diesen warmen Duft gerne mit frischen Düften. Zitrusöle, Lorbeer, Lemongrass, Rosmarin, aber auch frische Nadelöle sind zum Mischen geeignet.

Nebenwirkungen:
Das ätherische Öl der Nelkenknospe ist sehr haut- und schleimhautreizend! Für die Anwendung auf der Haut unbedingt sparsam dosieren. (0,5 % oder darunter)
Nicht für Kinder und Schwangere geeignet!!!!
Bei Blutgerinnungstörungen und bei gleichzeitiger Einnahme von Heparin und Aspirin ist Vorsicht geboten – dies betrifft die innere Einnahme. (Vgl. Dietrich Wabner, Christiane Beier, Aromatherapie, Grundlagen-Wirkprinzipien-Praxis)

Anwendungen:
Gewürznelkenöl gegen kalte und müde Füße:

10 El Sesamöl
1 EL Gewürznelken

Nelken im Mörser zerdrücken. Zusammen mit dem Öl in einem Topf erwärmen. Durch ein feines Sieb gießen und in ein Glas füllen. Nach Wanderungen oder nach dem Sport die schmerzenden Füße mit dem Öl massieren. Socken anziehen und Füße hochlagern.

Duftlampe:
Zur Reinigung der Raumluft:
1 Tr. Nelkenknospenöl,
4 Tr. Blutorange,
1 Tr. Zimtöl,
1 Tr. Benzoe

Kalte Füsse:
1 EL Jojobaöl mit 1 Tr. Nelkenknospe und 4 Tr. Ingweröl emulgieren und mit 100 g Meersalz vermengen. 2 EL in warmen Wasser auflösen und Füße darin baden.


Im Sommer vertreibt das Öl lästige Insekten!

In der Aromaküche verwende ich das ätherische Öle hauptsächlich in der Winterzeit – Kuchen, Waffeln, Kekse – dies alles lässt sich hervorragend mit dem ätherischen Öl würzen!

 

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Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“, Gernot Katzer, Jonas Fansa „picantissimo – Das Gewürzhandbuch“
Foto: Ursula Kutschera


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