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Vanille (Vanilla planifolia)



Vanille ist eine rankende Orchidee, umfasst etwa 110 Arten und stammt aus den tropischen Urwäldern Mexikos und Guatemalas. Die wichtigste Gattung ist die Gewürzvanille oder Bourbon-Vanille. Neben dieser gibt es noch die Tahiti-Vanille und die Guadeloupe-Vanille.

Bereits zur präkolumbianischen Zeit war Vanille bekannt und diente zum Würzen eines Kakaogetränkes, das bei den Azteken „cacahuatl“ und bei den Mayas chocol haa. Ende des 16. Jahrhunderts wurde die begehrte Schote von den Spaniern nach Europa gebracht und war lange Zeit den Reichen vorbehalten. Mexiko und somit das spanische Mutterland konnte sich lange eines vollständigen Vanillemonopols erfreuen. Anfang des 19. Jhdt. gelang es den Holländern und Franzosen, die Orchidee in ihren Kolonien zu pflanzen. Vanille benötigt einen natürlichen Bestäuber, wie z.B. den Kolibri, um die Schoten zu bilden. Da es diese Insekten in den Kolonien nicht gab, war der Anbau vorerst nicht von Erfolg gekrönt. Erst um 1840 gelang es auf der heutigen Insel Réunion (vormals Bourbon) ein Verfahren zur künstlichen Befruchtung zu entwickeln, was wiederum den Vanilleanbau außerhalb von Mexiko ermöglichte.

Die Vanillepflanze rankt sich bis in eine Höhe von 15 m. Der Stamm erreicht einen Durchmessen von 2 cm, ist kaum verzweigt und trägt wechselständige Blätter und ihnen gegenüber Haftwurzeln. Die Blütenstände umfassen bis zu 15 Blüten, die nacheinander – oft im Abstand von mehreren Tagen - aufblühen. Aus ihnen entwickeln sich die Kapseln, die bis zu 25 cm lang werden. Der Anbau von Vanille ist äußerst aufwändig. Zum Anlegen werden zuerst Schattenbäume gepflanzt, zwei Jahre danach sogenannte Stützbäume und erst im dritten Jahr die eigentliche Vanillepflanze.

Der typische Duft der Vanille entsteht während eines sorgfältigen Fermentationsprozesses. Die Kapseln werden zum Welken gelagert und danach einem täglichen Zyklus von Welken und Schwitzen unterzogen. Halber Tag pralle Sonne, halber Tag mit einer Decke eingewickelt über Nacht in Holzkisten zum Schwitzen. Das für ungefähr 4 Wochen. Danach werden die Schoten glattgestrichen um das Mark zu verteilen und auf eine Restfeuchte von 20 % getrocknet. Hauptinhaltstoff der Vanilleschote ist bis zu 3 % Vanillin. Die aus der Karibik stammende Guadeloupe-Vanille enthält kein Vanillin, sondern das blumig riechende Piperonal/Heliotropin.

Vanille Absolue 90:10
Absolues (absolute Blütenöle) werden aus den Concretes (meist durch Extraktion mit Hexan) durch Behandlung mit warmen absolutem Ethanol gewonnen und enthalten im Gegensatz zu den naturreinen ätherischen Ölen die alkohollöslichen Wirkstoffe der Pflanze. Das Vanille Absolue ist sehr dickflüssig und duftintensiv.

Vanille Extrakt 10:90
Extrakte sind alkoholische Lösungen der Harze. Es werden hierbei die Wirkstoffe des natürlichen Ausgangsproduktes in 96 %igem Alkohol gelöst. Die Einwirkungsdauer beträgt 6-8 Wochen. Extrakte werden in der Naturmedizin bei Stoffen angewendet, aus denen ein ätherisches Öl nur schwierig oder unter erheblichem Kostenaufwand gewonnen werden kann oder wenn es die Art der Anwendung oder der Stoff selbst erfordert. So bilden z.B. manche Stoffe bei der Gewinnung des ätherischen Öls lediglich Wachse, aus denen die Wirkstoffe in einer Tinktur gelöst werden müssen, um Anwendungen damit durchführen zu können. (www.feeling.at)

Anwendungsbereiche von Vanille:
• Trauer
• Schlafstörungen
• Burn-out-Anzeichen
• Depressive Verstimmungen
• Stress
• Pilzerkrankungen (Bäder)
• Chronische Schmerzen (Einreibung)
• Aromaküche

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Geranie, Jasmin, Kamille, Mandarine, Neroli, Rose, Sandelholz, Grapefruit und allen Gewürzölen.

Nebenwirkungen:
Keine bekannt.

Für die Duftlampe:
3 Tr. Vanille
5 Tr. Mandarine oder Orange

Badezusatz:
Sinnlich-erotisch
3 Tr. Vanille
3 Tr. Bay
1 Tr. Rose
½ Becher Schlagobers

Tröstend
2 Tr.Vanille
2 Tr. Mimose
2 Tr. Geranie
2 EL Mandelöl

In der Aromaküche wird Vanille zum Aromatisieren von Süßspeisen und Kuchen verwendet.

Zahlreiche Rezepte gibt es im Kochbuch „Aromaküche – Gaumenfreuden mit ätherischen Ölen“ – zu bestellen bei mir: ursula.kutschera@aon.at.

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Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“, Gernot Katzer, Jonas Fansa „picantissimo – Das Gewürzhandbuch“.
Fotos: Ursula Kutschera, Wikipedia


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