Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Bergamotte (Citrus aurantium subsp. bergamia)



Die Heimat der Bergamotte ist nicht genau bekannt, dürfte aber in Indien liegen. Die reifen Früchte ähneln in Form und Farbe Quitten. Der italienische Name bergamotta kommt aus dem Türkischen beg armudi und bedeutet „Herren- oder Prinzenbirne“.
Genetische Untersuchungen ergaben, dass die Bergamotte eine Kreuzung aus Bitterorange und Zitronatzitrone ist. Die Pflanze wird bis zu vier Meter hoch. Die Sprosse und Blätter sind beim Austreiben – im Gegensatz zur Zitrone – nicht rötlich gefärbt. Die immergrünen Blätter sind dunkelgrün und länglich. Die wunderbar duftenden, reinweißen Blüten erscheinen im Frühjahr. Daraus entstehen die rundlichen bis birnenförmigen zitronengelben Früchte, die nur wenige Samen bilden und zwischen November und Februar geerntet werden. Das grünliche Fruchtfleisch ist in zahlreiche Segmente unterteilt und hat einen sauren bis leicht bitteren Geschmack. Die Früchte werden nicht als Obst verwendet, sondern hauptsächlich zur Gewinnung des ätherischen Öles angebaut. Durch Auspressen der Fruchtschalen wird das Öl gewonnen.
Bergamotte ist wie ein Lichtblick in trüben Stimmungen. Paolo Rovesti, Professor an der Universität Mailand (und vermutlich der Erste, der Aromatherapie an einer Universität lehrte), berichtet von seinen Versuchen mit ätherischen Ölen in verschiedenen Nervenkliniken und der positiven Wirkung bei Depression, Angst und Hysterie. Er beschrieb die angstlösende und nervenentspannende Wirkung von Bergamotteöl.
Hauptinhaltstoffe von Bergamotteöl sind nicht Limonen, sondern Linalylacetat und Linalool. Je nach Reifegrad der Frucht steigt der Linalylacetat- und fällt der Linaloolgehalt. Aufgrund dieser Inhaltstoffe ist Bergamotteöl dem Lavendelöl sehr ähnlich, leider aber wegen der enthaltenen Furocumarine (wirken phototoxisch) nicht so vielseitig einsetzbar wie das Lavendelöl.
Bergamotteöl ist ein sehr flexibles Öl und passt sich der Wirkung des beigemischten Öles an. Mit Rosmarin, Lemongrass und Verbena ist Bergamotte erfrischend, aufheiternd und geistig anregend; mit Ylang-Ylang oder Jasmin wirkt der Duft sinnlich, mit Zirbelkiefer oder Wacholder wirkt die Mischung eher medizinisch. In der Parfumindustrie wird Bergamotte in der Duftkomposition 4711 verwendet.

Anwendungsbereiche von Bergamotteöl:
• Halsentzündungen
• Mundgeruch
• Akne
• Depressionen
• Schlaflosigkeit
• stressbedingte Beschwerden
• Unruhe
• Wunden, Narben
• für die reife Haut
• Hämorrhoiden

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Eukalyptus, Jasmin, Rosengeranie, Pfefferminze, Wacholder, Ylang-Ylang, allen Zitrusölen.
Bei Depressionen mit Basilikum, Geranie, bei Akne mit Geranie und Sandelholz

Nebenwirkungen:
Bergamotteöl kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Daher nicht vor einem Sonnenbad einsetzen.

Gurgelkonzentrat:
1 Tasse Meersalz
1 Tropfen Bergamotteöl
1 Tropfen Zitronenöl
1 Tropfen Teebaumöl

In einem Schraubglas verschütteln und jeweils einen Teelöffel in ein Glas lauwarmes Wasser geben und damit gurgeln.

Für die Duftlampe zur Reinigung von stark verrauchten Räumen:
5 Tr. Bergamotte
4 Tr. Myrte
4 Tr. Lemongrass

Saunaöl:
10 Tr. Bergamotte
5 Tr. Pfefferminze
5 Tr. Eukalyptus
5 Tr. Myrte

Von dieser Mischung 3 – 5 Tropfen pro Aufguss auf 1 Wasserkelle.

In der Aromaküche wird Bergamotte zum Aromatisieren von Süßspeisen, Obstsalaten und Saucen verwendet. Earl-Grey-Tea ist mit Bergamottenschalenöl aromatisiert.

Zahlreiche Rezepte gibt es im Kochbuch „Aromaküche – Gaumenfreuden mit ätherischen Ölen“ – zu bestellen bei mir: ursula.kutschera@aon.at.

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Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“.
Fotos: Ursula Kutschera, Wikipedia

News Nachlese: Juli

 

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