Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Karottensamen (Daucus carota L.)



Unsere heimische Gartenmöhre ist das Ergebnis vieler Kreuzungen. Die Mutter unserer Gartenmöhre ist die in Europa, Nordafafrika bis nach Kleinasien beheimatete Wilde Möhre – vermutlich entstanden durch Kreuzung mit der südeuropäischen Riesenmöhre (Daucus carota subsp. Maximus) und der orientalischen Schwarzmöhre (Daucus carota subsp. Afghanicus). Sie gehört zur umfangreichen Familie der Doldenblütler und wächst auf mageren, trockenen Böden, an Straßen und Wegrändern, aber auch auf Wiesen und Weiden. In vielen Gebieten der Erde konnte die Wilde Möhre als Neophyt Fuß fassen. Der weiße Blütenstand ist in voll erblühtem Zustand flach gewölbt und hat in der Mitte oft eine schwarze bzw. violette Zentralblüte, die sogenannt „Mohrenblüte“. Diese dient der Anlockung von Insekten. Die Wurzel ist rübenförmig und innen und außen weiß, da sie kaum Carotin enthält. Nach der Blütezeit von Mai bis Oktober entwickeln sich viele zwei bis vier Millimeter lange Früchte aus denen mittels Wasserdampfdestillation das ätherische Öl gewonnen wird.

Die Gartenmöhre ist eine der bekanntesten Gemüsesorten überhaupt. Ja nach Zubereitung wirkt das Gemüse abführend oder stopfend und ist ein idealer Begleiter bei Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit oder Völlegefühl. Anhaltender Durchfall, vor allem bei Kindern, kann aufgrund des hohen Wasser- und Mineralstoffverlustes gefährlich werden. Hier kommt nach wie vor ein Hausmittel zum Einsatz: Die „Moro’sche Karottensuppe“. Vom Heidelberger Kinderarzt Prof. Ernst Moro bei Durchfällen verordnet, senkte sie die Sterberate von Kindern drastisch.

Moro’sche Karottensuppe:
500 g geschälte Möhren werden in 1 l Wasser eine Stunde gekocht und im Mixer püriert. Dieser Brei wird mit Wasser auf einen Liter aufgefüllt und mit drei g Kochsalz gewürzt. Zu Beginn der Beschwerden, in kleinen Mengen verzehren.
Nicht nur für unsere Kleinen geeignet!
Daucus carota ist allerdings vielseitig einsetzbar. Als Gemüse hat sie eine besondere Beziehung zur Haut. Die Vorstufen von Vitamin A dienen unserer Hautgesundheit. Wenn dieses Vitamin fehlt, verhornen Talgdrüsen, die Haut trocknet aus und wird rissig. Die Möhre beugt aber auch Nachtblindheit vor und wirkt sich positiv auf einige Augenkrankheiten aus.
Von den Griechen wurde die Karotte als Liebesmittel eingesetzt. Auch der italienische Arzt und Botaniker Mattioli (1501-1577) bezeichnete die Wurzel als Aphrodisiakum. Heute noch werden in Oberägypten Karottensamen mit Honig gekocht und als Stimulationsmittel verzehrt.
Das ätherische Öl aus dem Samen der Daucus carota wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen und riecht erdig, würzig und aromatisch.

Anwendungsbereiche von Karottensamenöl:
• entzündungshemmend
• hautzellregenerierend
• hautpflegend- und schützend
• stoffwechselanregend
• psychisch ausgleichend und stärkend

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Mischt sich gut mit Lavendel, Petitgrain, Immortelle, Zeder, Kiefer

Nebenwirkungen:
Während der Schwangerschaft soll auf Karottensamenöl verzichtet werden.

Gesichtspflegeöl für trockene und reife Haut, gegen Falten (Rezept Firma feeling):
20 ml Mandelöl
10 ml Wildrosenöl
10 Tropfen Karottensamenöl 10:90 in Jojoba
3 Tropfen Weihrauchöl
5 Tropfen Roseöl 10:90 in Jojoba
5 Tropfen Petitgrainöl

Dieses Gesichtspflegeöl für anspruchsvolle Haut eignet sich auch für die sensible Augenpartie sowie Dekolleté. Ebenso können Sie andere sensible oder gereizte Hautstellen mit diesem Hautöl pflegen.

Heilöl für kleine Wehwechen ideal für kleine Beulen und Schrammen bei Kindern (Rezept Firma feeling):
10 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Karottensamenöl 10:90 in Jojoba
2 Tropfen Lavendelöl
1 Tropfen Immortelle-Öl 50:50 in Alkohol



Zahlreiche Rezepte gibt es im Kochbuch „Aromaküche – Gaumenfreuden mit ätherischen Ölen“ – zu bestellen bei mir: ursula.kutschera@aon.at.

Hier geht’s zum Shop (feeling.at)

Quellenangaben:
Homepage Firma feeling, „Das große Buch der Heilpflanzen“ Apotheker M.Pahlow, „Alles über Heilpflanzen“, Ursel Bühring, „Heilpflanzen, Alte Rezepturen neu entdeckt“, Anneliese und Dr. Gerhard Eckert, „Die Hausapotheke“, Franziska von Au, Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“.
Fotos: Ursula Kutschera, Wikipedia



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wilde Karottenblüte