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Johanniskraut (Hypericum perforatum L.)



Die Legende besagt, dass der Teufel die Verehrung und Heilwirkung von Johanniskraut zerstören wollte und deshalb die Blätter mit einer Nadel durchlöcherte. Die kleinen Punkte, die sichtbar werden, sind darauf zurückzuführen.

Das echte Johanniskraut ist eine 25 bis 90 cm hohe, ausdauernde Staude. Die Stängel sind im oberen Bereich stark verzweigt und enden in goldgelbe Blüten, die mit schwarzroten Drüsenschuppen besetzt sind. Es gibt drei Merkmale, die das Erkennen von Johanniskraut erleichtern:
• Es hat einen zweikantigen, innen hohlen Stängel
• Hält man die Blätter gegen das Licht, sind kleine helle Punkte zu erkennen, als ob das Blatt durchlöchert wäre. Hierbei handelt es sich um Öldrüsen.
• Die gelben Blüten färben sich blutrot, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt.

Schon die Germanen verehrten das Johanniskraut als Symbol für die Sonne und als Lichtbringer. Plinius der Ältere beschrieb in seinem Werk „Historia Naturalis“ Johanniskraut als Hilfsmittel bei Verbrennungen. Dioskurides führte bereits vier Unterarten der Heilpflanze an, die verschiedenen Beschwerden bessern konnten. Die Wirkung von Johanniskraut bei psychischen Erkrankungen war zu dieser Zeit noch nicht bekannt. Man wusste jedoch bereits um die Heilkraft bei inneren Eiterungen und Lungenerkrankungen. Seelische Störungen galten als Krankheiten, die der Teufel brachte bzw. durch Hexerei entstand. Das Wissen um die Wirkkraft dieser Pflanze bei depressiven Verstimmungen wurde erst im Mittelalter erkannt. Paracelsus beschrieb im 16. Jahrhundert die Heilpflanze als Kraut gegen „dollmachende Geister“. Im 18. Jahrhundert wurde die Wirkung von Johanniskraut gegen melancholische Gedanken und gegen Schwindel beschrieben.

Das in der Pflanze enthaltene Hypericin, das beim Zerreiben auf den Fingern die Rotfärbung hinterlässt, übt im Zusammenhang mit anderen Inhaltsstoffen eine leicht beruhigende Wirkung aus. Depressive Verstimmungen werden positiv beeinflusst. Deshalb wir das Johanniskraut auch als pflanzliches Antidepressivum bezeichnet. Nach vier bis sechs Wochen ist bereits eine deutliche Verbesserung der Stimmungslage erkennbar.

Johanniskraut-Tee:
2 gehäufte TL Johanniskraut mit ¼ l Wasser übergießen und bis zum Sieden erhitzen. Abseihen und 2 bis 3mal täglich eine Tasse trinken. Diese Kur soll über mehrere Wochen durchgeführt werden.
Johanniskraut erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut. Deshalb soll während der Kur die pralle Sonne gemieden werden.

Johanniskrautöl:
250 – 300 g Johanniskraut bei dem die Blüten gerade aufgegangen sind, antrocknen lassen und in einem Mörser leicht zerquetschen. In ein helles Einmachglas mit großer Öffnung geben und mit 1 l gutem Öl (Olivenöl, Sonnenblumen- Sesam- oder Macadamianussöl) übergießen und vier Wochen in die Sonne stellen. Anschließend wird das braun bis dunkelrot gefärbte Öl durch ein Sieb gegossen und in Flaschen abgefüllt.
Johanniskrautöl wirkt nicht nur schmerzstillend, sondern auch stark erwärmend. Bei Blasenproblemen abends die Füße mit diesem Mazerat bis zu den Knöcheln einmassieren und Socken anziehen.
Innerlich eingenommen wirkt das Mazerat stimmungsaufhellend, emotional ausgleichend und leicht antidepressiv.

Johanniskraut-Tinktur:
10 g getrocknetes Johanniskraut mit 50 g Alkohol (70 %) übergießen und 10 Tage lang ausziehen lassen. Nach dem Abpressen ist die Tinktur gebrauchsfertig.
Johanniskraut gibt es auch als ätherisches Öl 50:50 in Jojoba und wird mittels Hochdruck-Extraktion gewonnen, daher gibt es keine Lösungsmittelrückstände im Produkt. Dieses Produkt enthält kein Hypericin und wirkt daher nicht photosensibilisierd. Der Inhaltsstoff Hyperforin ist für die wundheilende Wirkung verantwortlich, deshalb wird das ätherische Öl bei Akne und Neurodermitis eingesetzt. Es wirkt antidepressiv, beruhigend und lichtbringend. Bei Unruhe, Schlafstörungen, Ängsten und Verstimmungen anzuwenden.



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Quellenangaben:
feeling.at, „Das große Buch der Heilpflanzen“ Apotheker M.Pahlow, „Pflanzenöle, Qualität, Anwendung und Wirkung“, Ruth von Braunschweig.
Fotos: Ursula Kutschera, Wikipedia

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