Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Gundelrebe (Glechoma Hederacea L.)



„Unter seinen dunkelgrün glänzenden, herb-balsamisch duftenden Blättern halten sich gerne die mit dem Hof verbundenen Geister und Heinzelmännchen auf.“      -Wolf Dieter Storl-

Die Gundelrebe wird im Volksmund auch Gundermann, Donnerrebe, Erdefeu ( weil sich die Pflanze sich kriechend ausbreitet). Gund ist das altgermanische Wort für Eiter, Beule, faulige Flüssigkeit was wiederum auf das Einsatzgebiet dieser Pflanze hinweist. Laut Jacob Grimm bezieht sich der Name auf die altnordische Sage der Walküre Gundja, die diese Pflanze als Heilmittel verwendet haben soll. Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weist der Name Soldatenpetersilie hin. In „Physica“, dem Hildegard von Bingen zugeschriebenen Werk, wird die Gundelrebe ebenfalls beschrieben. In diesem Werk wird die Pflanze dem Mensch, der matt ist und dem es an Fleisch fehlt, empfohlen. Als Badezusatz, in Speisen, wie z.B. in Suppen soll der Gundermann gegessen werden. Auch bei Lungenkrankheiten kam die Gundelrebe zum Einsatz, da sie die Fäulnis der Lunge beseitige.
Zwischen dem 18. Und 19. Jhdt. wurde das Kraut von den Ärzten sehr kritisch betrachtet, allerdings gab es kaum Alternativen und so wurde das Kraut trotzdem zur Behanldung von Lungentuberkulose verwendet.
Bis ins 17. Jhdt. war die Gundelrebe die wichtigste Würze für die Bierherstellung. Erst danach führten englische Mönche den Hopfen ein, der die Gundelrebe ersetzte. Aus dieser Zeit stammt die auch heute noch gebräuchliche Bezeichnung Erdhopfen oder Gartenhopfen.
Gundelrebe wächst sehr gerne in der Nähe von menschlichen Behausungen Deshalb galt sie von jeher als Verkörperung der guten Haus- und Hofgeister, die in schlechten Zeiten hilfreich waren. Das Verzehren der Pflanze sollte vor schlechten Einflüssen und vor zehrenden Krankheiten schützen.
Da die Pflanze auch in der Lage war, böse Geister abzuwehren, wurden Sträuße und Kränze rund um Haus und Hof aufgehängt. Mit Gundermann der in der Walpurgisnacht (30. April) gesammelt wurde, in der Nacht zu einem Kranz geflochten und am folgenden Tag auf den Kopf gesetzt, konnte/kann man Hexen erkennen.

Botanik: Die Pflanze liegt mit dem vierkantigen Stängel auf dem Erdboden und wurzelt oft an den Knoten. An diesen niederliegenden Stängeln stehen gegenständig nieren- bis herzförmige Blättchen, die am Rand gekerbt sind. Die blühenden Teile richten sich auf und tragen an den Blattachsel, als Scheinquirle angeordnet, hellviolette Blüten, mit einem dunkleren Fleck auf der Unterlippe. Da die Gundelrebe in der Nähe von menschlichen Behausungen wächst, galten sie früher als Verkörperung der guten Haus- und Hofgeister, die Menschen in Zeiten der Not wie Heinzelmännchen ihre Hilfe anbieten. Es schützt, so glaubte man, vor allen schlechten Einflüssen und vor zehrenden Krankheiten.

Verwendung: Der Gundermann hilft bei allen langwierigen Stoffwechselkrankheiten, bei Zuständen des Siechens, Faulens und Eiterns. Er ist ein Mittel zur Ausschwemmung von Schwermetallen, besonders von Blei, aus dem Körper. Man verwendet ihn bei Blasen- und Nierenkrankheiten, bei chronischen Schnupfen und Husten, bei Halsschmerzen, bei Ohrensausen und bei Verschleimung der Lungen. Überall dort, wo im Körper Eiter entstanden ist, kann die Gundelrebe helfen. Tabernaemontanus (1520 – 1590) widmet in seinem Kräuterbuch 1 ½ Seiten der Gundelrebe und schreibt unter anderem: „Es ist dies Kraut gut wider die Würm/wann man das Pulver den Kindern einbringen kann/dann es tödet dieselbigen. Diß Kraut samt Stengel und Blumen gepulveret/ oder ein Tanck daraus gemachet/ ist gut den Schwindsüchtigen und die Eiter auf der Brust haben“. Bei Fieber, Hauterkrankungen, Zellulite, Erschöpfung, zur Blutreinigung. Als Gesichtswasser bei Akne geeignet. Gundermann ist ein Badekraut zur Kräftigung der Muskeln und der Gelenke. In der Homöopathie wird Glechoma bei Bronchitis und Schwächezuständen verabreicht. Im 18. Jhdt. wurde Gundelrebentee von Malern und Büchsenmachern getrunken, um einer Bleivergiftung vorzubeugen. Er ist auch heute noch ein Mittel zur Ausschwemmung von Blei aus dem Körper.

Für Pferde ist Gundelrebe aufgrund des Bitterstoffes Glechomin giftig! Äußerlich kann es bei allen Tieren zur Behandlung von eitrigen Wunden und Geschwüren verwendet werden.

Gundelrebentee für die äußerliche Anwendung:
4 EL frisches oder 3 EL getrocknetes Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen. Zugedeckt 15 – 30 Minuten ziehen lassen – abgießen.
Für das Badewasser drei Handvoll frisches oder 150 g getrocknetes Kraut mit drei Liter Wasser übergießen und ziehen lassen. Abseihen und den Aufguss dem Badewasser zugeben.
Gundelrebe eignet sich aber auch für die innere Anwendung und hilft bei langwierigen, zehrenden und eitrigen Erkrankungen. Es wirkt anregend auf Blase, Niere und den gesamten Stoffwechsel. Stärkt Leber und Galle.

Gundelreben-Körperöl (ca. 100 ml)
Ein Glas bis zur Hälfte mit Gundelrebe, die zweite Hälfte mit Schöllkraut und Efeublättern füllen. Mit Olivenöl aufgießen.
Mit getrockneten Pflanzen kann man einen Kaltansatz machen, der ein paar Tage am Fenster steht und danach abgeseiht wird.
Bei frischen Zutaten den Ansatz in Wasserbad erhitzen, 15 Min leicht köcheln lassen und dann langsam abkühlen. Danach ruht der Ansatz einige Tage an einem warmen Ort und wird durch einen Kaffeefilter in ein zweites Glas abgeseiht. In dunkle Flaschen abfüllen.
Für einen angenehmen Duft gibt man noch 5 Tropfen Zitronenöl oder Grapefruitöl dazu. (Vorsicht bei diesen ätherischen Ölen – können photosensibilisierend bei empfindlicher Haut wirken; nur frische ätherische Öle verwenden!)

Gundelreben-Salat
1 Handvoll junge Gundelreben (oder auch andere Wildkräuter)
150 g Kichererbsen aus der Dose
100 g Thunfisch in Öl
150 g Zuckermais
Roter Paprika in Würfel geschnitten
Paradeiser, in Würfel geschnitten.
Zwiebel, fein gehackt
Gänseblümchen- oder Kapuzinerkressekapern
1 kleine Chilischote, fein geschnitten.
Zur Deko – blühende Gundelrebensprosse

Kichererbsen und Mais abgießen, mit kaltem Wasser abspülen. Thunfisch abtropfen lassen. Mit den restlichen Zutaten vermengen und mit einer Marinade aus Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer gut vermengen. Die fein geschnitten Kräuter dazugeben. Mit den Gundelrebenblüten dekorieren.

Wiesen-After-Eight
Dunkle Schokolade erwärmen, mit 1 Tr. äth. Pfefferminzöl aromatisieren und damit Gundelrebenblätter bestreichen. Trocknen lassen und naschen!

Warnhinweise: für den Menschen keine!

Vorgenannte Tipps dienen nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich dazu, das Wohlbefinden zu steigern. Laufende Behandlungen beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten dürfen nicht abgesetzt werden.

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Vorgenannte Tipps dienen nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich dazu, das Wohlbefinden zu steigern. Laufende Behandlungen beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten dürfen nicht abgesetzt werden.

Quellenangaben:
„Wilde Genüsse“ Margot Fischer, „Meine Heilpflanzenschule“ Ursel Bühring, „Das große Buch der Heilpflanzen“ Apotheker M.Pahlow, „Physica, Hildegard von Bingen“ Herausgegeben von der Abtei St.Hildegard, Eibingen, https://de.wikipedia.org/wiki/Gundermann


News Nachlese: März

 

Gundelreben-Körperöl

Blüten der Gundelrebe