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Sanddornöl – Sanddornfruchtfleischöl



Sanddorn (Hippophae rhamnoides L.), ist ein Strauch aus der Familie der Ölweidegewächse. Je nach Standort unterscheidet man zwei Unterarten. Die maritime Art wächst an der Ost- und Nordsee, die kontinentale Art breitet sich von den Pyrenäen bis nach Tibet aus. Die beiden Arten unterscheiden sich im Aussehen, in der Bedornung, in der Frucht sowie in den Inhaltsstoffen.
Der sparrige, sommergrüne Strauch wird bis zu 6 Meter hoch. An den Zweigen bilden sich spitze Dornen. Die Laubblätter sind weidenähnlich, kurz gestielt und wechselständig angeordnet. Die später kahle Oberfläche der Blätter ist anfangs mit sternförmigen Haaren besetzt und zeigt in weiterer Folge eine graugrüne Färbung. Die Unterseite des Blattes weist eine filzige weiße Behaarung auf. Sanddorn gedeiht auf feuchten, in den oberen Schichten trockenen Böden. Der Strauch bildet ein dichtes Wurzelsystem, welches auch in Küstengebieten für eine sichere Verankerung sorgt. Sanddorn ist zweihäusig und blüht vor dem Blattaustrieb. Die kleinen gelben Blüten erscheinen von März bis Mai. Männliche Blüten stehen an kurzen Stielen und erscheinen in einem kugeligen, die weiblichen Blüten sind länger gestielt und stehen in einem ährenförmigen Blütenstand. Anfang August bis Ende November reifen die kugeligen, orangeroten bis gelben Früchte. Die Fruchthaut ist dünn- matschig und umhüllt einen steinartigen, außen braunen, innen weißen Kern. Das gewonnene Öl wird in drei verschiedene Arten eingeteilt:

• Durch Kaltpressung das Sanddornfruchtfleischöl.
• Durch CO₂ Extraktion der getrockneten, geriebenen Beeren ebenfalls Sanddornfruchtfleischöl.
• Durch Trennung der Kerne vom Fruchtfleisch und anschließender Kaltpressung oder Extraktion das Kernöl.

Tresteröl ist eine Mischung aus Sanddornfruchtfleischöl und Kernöl. Nach der Pressung wird der Ölanteil aus den Rückständen mittels Extraktion gewonnen und mit Fruchtfleischöl und Kernöl vermischt.

Fettsäuren

Gehalt in %
im Fruchtfleischöl

Gehalt in %
im Kernöl

Gehalt in %
im Tresteröl

Palmitinsäure

30.8 - 34

7.5 - 8.3

23.5

Linolsäure

5.1 - 5.5

33.0 – 34.6

14.8

Palmitoleinsäure

34.2 - 35.6

0.6 – 1.7

20.8

Ölsäure

23.2 - 25.4

19.3 – 23.3

24.7

α-Linolensäure

1.7

30.4 – 32.9

13.2

Stearinsäure

0,5 - 0.9

2.1 – 3.4

1.8

Arachinsäure

-----

0.3 – 0.6

0.3

Myristinsäure

0.2 - 0.5

0.1

0.1


Quelle: Krist-Buchbauer-Klausberger „Lexikon der pflanzlichen Fett und Öle", Seite 399

Nicht nur durch die Inhaltsstoffe, sondern auch in der Farbe und im Geschmack unterscheiden sich die verschiedenen Öle:
Farbe Fruchtfleischöl = orangerot
Farbe Kernöl = gelbrot
Geruch Fruchtfleischöl = fruchtig und süß, typische Sanddornnote, die für viele unangenehm riecht.
Geruch Kernöl = kein typischer Sanddorngeruch s.o.
Geruch Fruchtfleisch/Kernöl = sauer, zitronig und ebenfalls nach Sanddorn
Geschmack Fruchtfleischöl = fruchtig und aromatisch, typischer Sanddorngeschmack.

Anwendungsbereiche von Sanddornöl:
Sanddornfruchtfleischöl enthält einen hohen Anteil an Palmitoleinsäure. Diese Palmitoleinsäure ist auch Bestandteil des menschlichen Hautfettes. Daher wird dieses fette Öl gerne zur Behandlung von Hauterkrankungen verwendet. Das Öl wirkt
• entzündungshemmend
• antibakteriell
• hautpflegend
• hautschützend
Es verringert die Faltenbildung und wird bei trockener und rissiger Haut angewandt. In Salben oder Lotionen ein Muss für die reife Haut! Auch in Sonnenschutzpräparaten wird das Sanddornöl gerne verwendet. Innerlich eingenommen wird die Haut auf den Sommer und die Sonne vorbereitet. Der hohe Gehalt an Antioxidantien macht das Öl daher auch im Bereich der Kosmetik sehr wertvoll
• Schutz vor freien Radikalen – UV-Strahlen und Schadstoffe der Umwelt
• Stärkung der Abwehr- uind Schutzmechanismen der Haut
• Vorbeugung von Faltenbildung
• Glättung bereits bestehender Falten
• Ablösung von abgestorbenen Hautzellen
• Straffung des Gewebes
Quelle Krist,Buchbauer,Klausberger „Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle“, Seite 404

Wissenschaftlichen Forschungen zufolge bietet Sanddornöl oral eingenommen einen wirksamen Schutz gegen Stahlenschäden.
Das Öl senkt die Produktion von Magensäure und wirkt regulierend auf unsere Schleimhäute. Einsatzgebiet daher bei
• Übersäuerung
• Sodbrennen
• Gastritis
Durch die Einnahme von Sanddornöl wird der gesamte Organismus mit Vitaminen, Carotinoiden, ungesättigten Fettsäuren und Spurenelementen versorgt.
In einer Studie an Ratten wurde die Wirkung von Sanddornfruchtfleischöl auf Magengeschwüre untersucht. Resultate zeigten die schützende und heilende Wirkung von mit CO₂ extrahiertem Öl. Quelle Krist,Buchbauer,Klausberger „Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle“, Seite 401

Sanddornöl zeigt auch Wirksamkeit bei Entzündungen im Genitalbereich. Durch die entzündungshemmende Eigenschaft lässt sich das Öl gut bei Schleimhautrötungen, nässenden Entzündungen oder bei trockener, gereizter Schleimhaut einsetzen.
Ebenso gut anzuwenden bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Blutendes, entzündetes Zahnfleisch wird durch die Anwendung gestärkt. Pur oder verdünnt auf die Schleimhäute auftragen.
Bei Verbrennungen, Dekubitus, Erfrierungen u.v.m.

ACHTUNG – Sanddornöl färbt sehr stark!

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Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“, Gernot Katzer, Jonas Fansa „picantissimo – Das Gewürzhandbuch“ , Psychoaromatherapie-Karten, Eliane Zimmermann, Gabriela Stark, www.satureja.de.
Fotos: Ursula Kutschera, Wikipedia


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Sanddorn

Sanddornfrüchte