Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Fenchel
(Foeniculum vulgare MILL. Ssp.vulgare var.dulce und Foeniculum vulgare (MILL.) THELL. Ssp.vulgare var. vulgare Foeniculum vulgare ssp.vulgare var. azoricum)


Fenchel aus der Familie der Doldenblütler ist eine weltweit verbreitetet Gewürz-, Gemüse- und Heilpflanze mit diesem unverwechselbaren Geruch und Geschmack. Heimat des Fenchels war urprünglich der Mittelmeerraum und in Vorderasien. Heute wird er in ganz Europa angebaut. Fenchel bitter bzw. den wilden Fenchel findet man heute noch im Mittelmeerraum. Fenchel süß und Fenchel bitter unterscheiden sich in ihrer Verwendung und auch im Wuchs. Es handelt sich beim Fenchel um eine zweijährig bis ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, die bis zu 2 m Wuchshöhe erreicht. Am gerillten Stiel befinden sich die fein gefiederten Blättchen, die laufend geerntet werden können. Die Blütenstände sind doppeldoldig und weisen oftmals einen Durchmesser von bis zu 9 cm auf. Die Früchte/Samen sind gelblich-grüne Spaltfrüchte mit fünf vorspringenden Rippen. Diese Früchte werden immer zu unterschiedlichen Zeiten reif. Es befinden sich auf der Dolde immer reife und unreife Früchte.
Fenchel wurde bereits in der Antike aus dem sogenannten Pfeffer- oder Eselfenchel kultiviert. Daraus entstanden im Laufe der Zeit folgende Varietäten:
• Fenchel süß
• Fenchel bitter
• Gemüsefenchel
Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer Verwendung als auch in ihrem Wuchs. Alle gemeinsam besitzen sie allerdings die zartgelben Doppeldolden und die gefiederten Blätter, aber auch in unterschiedlicher Stärke die krampflösende, verdauungsfördernde und schleimlösende Wirkung.
Fenchel bitter unterscheidet sich von Fenchel süß vor allem durch die enthaltenen Inhaltsstoffe. Fenchon ist in größerem Anteil in Fenchel bitter, Anethol vermehrt im Fenchel süß enthalten. Der Duft von Fenchel süß ist lieblich und angenehm würzig, Fenchel bitter duftet stark würzig und besitzt einen bitter-süßen Geschmack.
Auch in der Farbe unterscheiden sich die Früchte von Fenchel süß und Fenchel bitter. Die Farbe von Fenchel bitter ist grünlich-braun oder braun, die von Fenchel süß blassgrün oder blassgelb. Auch unterscheiden sich die Varietäten in ihrer Verwendung und im Wuchs.

Geschichtliches: Fenchel galt im Altertum als bewährtes Mittel zur Vertreibung von Dämonen und galt als Glücksbringer für Neugeborene. Kinder trugen zur Abwehr des bösen Blicks Säckchen mit Fenchelsamen um den Hals.
In den alten Hochkulturen der Ägypter war Fenchel ein geschätztes Heilmittel, wie auch bei Dioskurides, der stillenden Müttern empfahl, Fencheltee zu trinken. Die Römer schätzten Fenchel als Gewürz- und Gemüsepflanze. Verwendet wurde das Kraut für Essige, der Samen wurde dem Brotteig hinzugefügt. Soldaten kauten den Fenchelsamen auf ihren langen Fußmärschen, um aufkommendes Hungergefühl zu unterdrücken.
Auch Karl der Große wusste um die Wirksamkeit dieser Pflanze, führte sie in seiner Anbauvorschrift „Capitulare de villis“ an und ließ sie in den Klostergärten anbauen.
Hildegard von Bingen huldigte ebenfalls dem Fenchel und beschreibt in ihren Werken die Wirksamkeit des Krautes und der Samen. Fenchel erheitert das Gemüt bei Melancholie, dient zur allgemeinen Stärkung, bei Husten und Magenproblemen. Wenn jemand Augenprobleme hat, wird empfohlen, das frische Kraut oder den zerstoßenen Samen mit Morgentau und Eiklar zu vermengen und diese Paste über Nacht auf die Augen zu legen. Dem Trunkenbold wird empfohlen, Fenchelsamen zu essen und er wird sich danach besser fühlen, weil die wohlige Wärme des Fenchels die durch den Wein hervorgerufene Tollheit bändigt.

Anwendungsbereiche von ätherischem Fenchelöl süß:
• Magen-Darm-Problemen
• Erkältungskrankheiten
• Menstruationsbeschwerden
• Klimakterium
• Cellulite
• „schwere Beine“
• Stillende Mütter
• Stress, Müdigkeit
Laut Eliane Zimmermann verhilft Fenchelöl süß gebärenden Frauen zu einer gelösteren Entbindung und danach zu verbessertem Milchfluss. (S. Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe 6.Auflage)

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Rosengeranie, Lavendel, Kamille, Muskatellersalbei, Ylang-Ylang, Sandelholz, Rose. Mit Anis und Kümmel bei Verdauungsbeschwerden.
Nebenwirkungen:
Nicht geeignet für Schwangere, bei Endometriose und östrogenabhängigen Karzerosen. Für Babys und Kleinkinder in der entsprechenden Dosierung kein Problem.

Anwendungsbereiche von Fenchelsaat:
• Beschwerden im Magen-Darmbereich
• Völlegefühl
• Appetitlosigkeit
• Verdauungsbeschwerden bei Babys
• Erkältungskrankheiten
• Förderung der Milchbildung
• Äußerlich bei Augenentzündungen

Anwendungen:
Als Tee
1 TL frisch zerquetschte Fenchelsamen mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen und 5 Min bedeckt ziehen lassen. 2 – 3 mal tgl. 1 Tasse warm zwischen den Mahlzeiten trinken.
Als Magentee ungesüßt, als Hustentee mit Honig gesüßt trinken.

Milchbildungstee
nach Margret Madejsky
Brennnesselblätter, Fenchelfrüchte, Frauenmantelkraut, Geißklee und Kümmelfrüchte zu gleichen Teilen mischen. Früchte kurz vor der Anwendung anquetschen. 1 – 2 TL pro Tasse mit heißem Wasser übergießen. 8 – 10 Min ziehen lassen. Jeweils 1 Tasse, ½ Std. vor dem Stillen trinken.

Windemischung für Babys mit ätherischem Öl
50 ml fettes Öl (z.B.Johanniskrautöl)
2 Tr. äth. Fenchelöl
1 Tr. äth. Kümmelöl
1 Tr. äth. Lavendelöl
Bäuchlein im Uhrzeigersinn einreiben. Evtl.ein warmes Kirschkernpolsterl auflegen.

Windebalsam für Babys aus Früchten/Samen
2 EL Sheabutter schmelzen
Je ½ TL frisch gequetschter Früchte/Samen von Fenchel, Anis und Kümmel dazugeben und bei geringer Temperatur ausziehen lassen. Sanft im Uhrzeigersinn das Bäuchlein massieren.

Gesichtswasser aus Früchten/Samen
Einfach einen Kräuteraufguss aus Fenchelsamen als klärendes Gesichtswasser verwenden.

Handcreme
1 EL Fenchelsamen zerstoßen, mit 75 ml Wasser übergießen und abkühlen lassen. Danach in einem Topf zusammen mit 2 geh. TL Pfeilwurz, 2 EL Glycerin und 2 EL Lavendelhydrolat auf kleiner Flamme erwärmen und so lange rühren, bis die Masse cremig geworden ist. Abkühlen lassen und 2 Tr. äth. Öl einrühren. Eine Pflegecreme für beanspruchte Hände.

Kulinarisches mit Fenchel
Gemüsefenchel gebraten, als Suppe verarbeitet oder in Salaten.

Fenchel-Zucchini-Salat
1 Zucchini grob geraspelt und abgetropft
1 fein geschnittene Fenchelknolle
1 Orange
100 g Ruccola, grob gehackt
250 g Feta, in Würfel geschnitten
1 EL Fenchelblätter, fein gehackt
2 TL Honig
2 EL Olivenöl
Etwas Orangen- und Zitronensaft
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zuchini, Fenchel und das Fruchtfleisch der Orange in einer Schüssel vermengen. Den Honig mit dem Olivenöl und Orangen- Zitronensaft vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Fenchelsalat damit abmachen. Zum Schluss den Fetakäse und Ruccola darüber streuen und evtl. nachwürzen.

Fenchelsalz für Fisch und helles Fleisch
50 g Meersalz
4 Tr. Fenchel süß
Getrocknetes Fenchelgrün
Ätherisches Öl in ein Glasgefäß tropfen. Salz dazugeben, mindestens vier Tage ziehen lassen. Immer wieder durchschütteln. Als Finishsalz für Fisch und Fleisch geeignet.

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Vorgenannte Tipps dienen nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich dazu, das Wohlbefinden zu steigern. Laufende Behandlungen beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten dürfen nicht abgesetzt werden.

Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, , Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, https://www.wildfind.com/pflanzen/wilder-fenchel; Ursel Bühring „Alles über Heilpflanzen“; Margret Madejsky „Pflanzenhandbuch Frauenkräuter“.


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