Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Mutterkraut (Tanacetum parthenium L.)



Mutterkraut, auch Fieberkraut, Zierkamille, Bocksblum, Breselkraut oder Jungfernkraut genannt, ist eine ca. 80 cm hohe Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die der Kamille ähnlich sieht. Die Anfang Juni bis August erscheinenden Blüten bestehen aus gelben Röhrenblüten und zahlreichen weißen Zungenblüten. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Kultursorten, die unterschiedliches Aussehen besitzen. Ursprünglich war das Mutterkraut im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. In unseren Breiten wurde sie in Bauerngärten als Zier- und Heilpflanze angepflanzt. Als Standorte werden lehmige, nährstoffreiche Böden genannt – vor allem ist sie auf Ruderalflächen anzutreffen. Die dort anzufindenden Pflanzen entstehen oftmals durch Auswilderung der Kulturpflanzen.
Bereits Dioskurides – ein griechischer Arzt, der im 1. Jhd. lebte - beschrieb dieses Heilkraut. Auch im Mittelalter wurde Mutterkraut gegen Fieber und Kopfschmerzen verwendet. Nicht nur der deutsche Name der Pflanze sondern auch die botanische Bezeichnung (parthenos = Jungfrau) weist auf die Anwendung als Frauenkraut hin. Während der Geburt wird die Arbeit der Gebärmutter unterstützt, nach der Geburt die Austreibung der Nachgeburt gefördert. Vorsicht – Mutterkraut kann die Menstruation auslösen und die Ablösung der Plazenta fördern. Deshalb ist es ein Abortivum.
Während der Wechseljahre gleicht Mutterkraut den Hormonmangel aus und lindert dadurch die typischen Wechseljahrsbeschwerden.
Ab dem 18. Jhdt. wurde die Pflanze vor allem in England zur Behandlung von Zahn- und Kopfschmerzen verwendet.
Anfang der 1970er Jahre wurde Mutterkraut wissenschaftlich untersucht und seither als Migräneprophylaxe verwendet. Trotz vieler Studien ist es nach wie vor nicht erforscht, wie Migräne entsteht. Sicher ist allerdings, dass Entzündungsprozesse und das Hormon Serotonin dabei eine große Rolle spielen.
Die Pflanze kann im Garten gezogen und die Blättchen gegessen werden. Aufgrund des bitteren Geschmackes wird empfohlen, das Blatt mit einem Stück Brot zu essen, oder das ätherische Öl zu verwenden.

Inhaltsstoffe:
Chrysanthenylacetate, Camphor, Camphene, alpha-Pinene, Paracymene (Quelle: Tiroler Kräuterhof) und der Bitterstoff Parthenolid

Anwendungsbereiche von Mutterkraut:
• antiseptisch
• entzündungshemmend
• insektenabweisend
• gegen Parasitenbefall im Darm
• fiebersenkend
• blähungswidrig
• schmerzlindernd/Migräne
• krampflösend
• menstruationsregulierend – und -auslösend
• wehenfördernd
• hormonregulierend

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Aufgrund des ungewöhnlichen Duftes lässt sich das Öl gut mit Lavendel, Pfefferminze oder auch Zitrone mischen.

Nebenwirkungen:
Nicht für Schwangere und Kinder geeignet! Vorsicht bei Korbblütenallergien!

Anwendungen:
Ich sammle das Kraut (Blüten, Blätter und Stängel) zur Blütezeit und trockne es. In verschiedenen Büchern wird auch empfohlen, nur die Blüte zu verwenden. Aus dem Kraut bzw. den Blüten einen Tee zubereiten.
1 TL Kraut oder Blüten mit ¼ l heißem Wasser übergießen und 10 Min. ziehen lassen. Davon 2 – 3 Mal täglich eine Tasse trinken.

Migränetee Margret Madejsky:
30 g Frauenmantelkraut
30 g Gänsefingerkraut
20 g Mädesüßblüten
20 g Mutterkraut
20 g Schlüsselblumenblüten
30 g Weidenrinde
Kräuter mischen. 2 TL pro Tasse á 200 ml heiß übergießen, 10 – 15 Min. ziehen lassen, abseihen und vorbeugend tägl. 1 – 2 Tassen, im Akutfall tägl. 3 – 5 Tassen über den Tag verteilt trinken.

Mutterkrauttinktur:
Blüten oder Kraut und Blüten leicht antrocknen lassen und in ein Gefäß schichten. Alkohol 38%ig darübergießen und 5 – 6 Wochen an einem warmen, hellen Ort ausziehen lassen. Immer wieder schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe gut lösen können. Diese Tinktur tropfenweise 2 – 3 Mal täglich einnehmen.

Mutterkrauttinktur nach Ursel Bühring:
Je 20 g Mutterkraut, Eisenkraut, Mädesüßblüten, Zitronenmelissen- und Pfefferminzblätter mischen. In ein Schraubglas füllen, mit 1 l 45 %igem Alkohol übergießen und 3 Wochen am Fensterbrett stehen lassen. Immer wieder schütteln. In Tropfflachen füllen und bei akutem Kopfschmerz 30 Tr. einnehmen – oder drei Mal täglich 15 – 20 Tr. Haltbarkeit ein Jahr.Nicht in der Schwangerschaft verwenden!

Bei Migräne warme Kompressen mit ätherischem Öl im Nacken auflegen.
Mutterkrauttee als Umschlag hilft gegen eitrige Wunden.
Ein Fußbad hilft gegen geschwollene Füße.
Wer das Kraut nicht zur Hand hat, kann auch das ätherische Öle verwenden!

Ein Blütensirup erleichtert das Durchatmen und wirkt bei Leberträgheit
Mutterkrautblüten mit Weißwein bedecken und drei Wochen im Dunkeln ausziehen lassen. Blüten ausdrücken und die Flüssigkeit 1:1 mit Honig vermengen.



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Vorgenannte Tipps dienen nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich dazu, das Wohlbefinden zu steigern. Laufende Behandlungen beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten dürfen nicht abgesetzt werden.

Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“, Ursel Bühring, „Mit Ursel Bühring durchs Heilpflanzenjahr“, Elisabeth Strauß, Kräuter, mehr als nur Pflanzen, Margret Madejsky, Lexikon der Frauenkräuter
https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterkraut,
http://www.netdoktor.de/heilpflanzen/mutterkraut
https://www.tiroler-kraeuterhof.com/mutterkraut-bio.html
http://www.awl.ch/heilpflanzen/tanacetum_parthenium/mutterkraut.htm
http://www.meine-gesundheit.de/heilpflanzen/mutterkraut
Foto: Ursula Kutschera


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