Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Thymian (Thymus vulgaris)



Thymian ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütengewächse, die wildwachsend im Mittelmeerraum anzutreffen ist. Mit ihren rotvioletten Blüten und dem aromatischen Duft ist sie mittlerweile Bestandteil unserer heimischen Küche geworden.
Bereits in Ägypten zur Zeit der Pharaonen wurde Tham (Thymian) aufgrund seiner keimtötenden und konservierenden Eigenschaft zum Einbalsamieren der Toten verwendet. Theophrast, ein Schüler Aristoteles, berichtete bereits über ein kriechendes Kraut Herpyllos (von griechisch herpein = kriechen) und 200 Jahre später auch Dioskurides. Das Kraut galt einerseits als Schlangenmittel, sollte dem Menschen aber auch Verjüngung bringen. Wie die Schlange sich häutete, sollte sie den Menschen erneuern. In beiden Fällen wurde wahrscheinlich das Kraut des wilden Thymians oder Quendel, Thymus serpyllum beschrieben. Der würzige Thymian war in Griechenland ein beliebtes Räucherkraut. Das griechische Wort thymos bedeutet Hauch, aber auch Geist und Mut. Deshalb nahmen Griechische Krieger vor den Schlachten ein Bad mit Thymianabsud. Im römischen Reich wurde Thymian gegen üblen Mundgeruch gekaut und geschluckt.
Thymus vulgaris ist eine Pflanze mit einer Wuchshöhe von bis zu 30 cm und wurde ungefähr im 11. Jhdt. von Mönchen über die Alpen zu uns gebracht. Die Äbtissin Hildegard von Bingen erwähnt den Thymian bereits in ihrem Werk „Physica“. Durch die keimtötende Wirkung wurde das Kraut auch in der Frauenheilkunde verwendet. Es wurde zur Geburtserleichterung eingesetzt und war ein wichtiger Bestandteil des Bettstrohs, um Wöchnerinnen und Neugeborene vor Krankheiten zu schützen.
Zur Pflanzenfamilie des Thymians zählen ungefähr 300 Arten, die sich durch Wuchshöhe und Inhaltsstoffe unterscheiden. Auch Klima, Bodenbeschaffenheit und Region spielen dabei eine Rolle. Dadurch entstehen verschiedene Chemotypen = CT, was sich wiederum auf Geruch und Wirkungsweise des Thymians niederschlägt.
Sehen wir uns einige Chemotypen des Thymians an, die in der Aromatherapie verwendet werden:

Thymus vulgaris CT. Linalool
Dieser Chemotyp ist vor allem im nördlichen Europa anzutreffen. Er wird Zitronen- oder Kinderthymian genannt, was wiederum auf sein Einsatzgebiet verweist. Obwohl sehr mild auf Haut- und Schleimhaut hat das ätherische Öl eine breit gefächerte Wirkung. Ein mildes Öl für Kinder!

Anwendungsbereiche von Thymus vulgaris CT linalool:
• Bronchitis
• Mittelohrentzündungen
• Blasenentzündungen
• Halsschmerzen
• Soor
• Windeldermatitis
• Konzentrationsschwierigkeiten
• Erschöpfungszustände

Nebenwirkungen:
Keine Nebenwirkungen bekannt!
Je nach Herkunftsland enthält dieses ätherische Öle bis zu 75 % Linalool.

Thymus vulgaris CT. Thujanol-4
Diese Thymianart wächst am Fuße der Pyrenäen auf feuchten Böden. Im Gegensatz zu anderen Thymianarten beträgt die Lebensdauer der Pflanze max. drei Jahre. Der Inhaltsstoff Thujanol-4 machen dieses ätherische Öl zu einem wirksamen Mittel gegen Chlamydieninfektionen. Auch bei Candida albicans bewährt sich dieses ätherische Öl. Es ist ein wirksames Öl, das trotzdem mild auf Haut- und Schleimhaut wirkt.

Anwendungsbereiche von Thymus vulgaris CT. Thujanol-4:
• Bronchitis
• Mittelohrentzündungen
• Blasenentzündungen
• Leberschwäche
• Pilzerkrankungen
• Sehnenscheidenentzündungen
• Immunschwäche
• Aknehaut

Nebenwirkungen:
Keine Nebenwirkungen bekannt!

Thymus vulgaris CT. Thymol
Wächst in Mittel- und Südeuropa auf Kalkgestein in Hochebenen. Ein ätherisches Öl, das extrem keimtötend wirkt und oft in Desinfektionsseifen enthalten ist. Thymian CT. Thymol wirkt durch seine Inhaltsstoffe schmerzstillend und entzündungshemmend.

Anwendungsbereiche von Thymus vulgaris CT. Thymol:
• Erkältungskrankheiten
• Bronchitis
• Fußpilz
• Gelenkschmerzen
• Muskelverspannungen
• Muskelkrämpfe

Nebenwirkungen:
ev. hautreizend! Nicht geeignet für Schwangere, Kleinkinder und Säuglinge. Niedrige Dosierung unter 1 %!

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Alle CT mischen sich gut mit Zitrusdüften, Lavendel, Teebaum und Nadelölen.

Anwendungen:

Hustentee:
30 g Thymiankraut getr.
20 g Fenchelsaat
10 g Spitzwegerich getr.

Zutaten mischen und in ein Schraubglas füllen. Bei Bedarf 1 Tl der Mischung im Mörser zerstoßen und mit 150 ml heißem Wasser übergießen. 5 Min. ziehen lassen. 3 – 4 Tassen tgl. trinken.

Hustensaft für Jung und Alt:
1 Zwiebel
1 Hand voll Thymianblätter
2 EL Honig

Zwiebel klein schneiden und zusammen mit dem Thymian und dem Honig in ein Schraubglas füllen und stehen lassen. Den entstandenen Saft abgießen und im Kühlschrank aufbewahren. Für Kinder 1 TL – für Erwachsene 1 EL – mehrmals täglich einnehmen.

Hustenbalsam nach Ingrid Kleindienst-John:
50 ml Lavendel-Ölmazerat (Thymian-Ölmazerat)
5 Tr. Thymian CT. Linalool

Gut verschütteln und auf Brust, Rücken und Fußsohlen auftragen. (Auch für Kinder ab 6 Monaten geeignet)

Thymiandeo:
70 ml Thymianhydrolat (Maienfelser)
30 ml Lavendelhydrolat
30 ml Salbeitinktur
10 Tr. äth. Orangenöl

Alles in eine Zerstäuberflasche füllen.


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Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“, Ingrid Kleindienst-John, „SOS Hustenzwerg“, Heidi Fischer, „Frauenheilpflanzen“, Erika Dittmeier-Ditzel, Christine Weidenweber, „Die Land-Apotheke“. http://www.thymian.info, 20.03.2016


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