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Waldkiefer (Pinus sylvestris)



Die Waldkiefer, auch Weißkiefer, Rotföhre oder Gemeine Kiefer genannt, ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae), der in ganz Europa bis nach Nordasien beheimatet ist.
Bei den Römern war „Pinus“der Name für verschiedene Nadelhölzer. Sylvestris als botanischer Artname ist lateinischer Herkunft und bedeutet wild wachsend bzw. lebend und soll vermitteln, dass die Schwesternart Pinus pinea häufig kultiviert wurde, Pinus sylvestris hingegen nur selten oder gar nicht. Quelle: Norbert Griebl Die Heiligen Pflanzen unserer Ahnen, Leopold Stocker Verlag.
Die Waldkiefer gedeiht an unterschiedlichen Standorten, verlangt jedoch viel Licht. Sie kann ein Alter von bis zu 400 Jahren erreichen! Die Höhe des Baumes beträgt zwischen 15 und 30 m. Ein markantes Zeichen ist die oftmals kugelig abgeflachte Krone, die allerdings in Küstenregionen und auf Felsgrund eine ausladende Schirmkrone entwickelt. Der untere Teil des Stammes ist meist frei von Ästen. Die Rinde ist beim jungen Baum glatt und graugelb, mit zunehmenden Alter entwickelt die Borke eine orangerote Farbe. Deshalb wurde ihm im Volksmund auch der Name Feuerbaum oder Fackelbaum gegeben. Dieser Name stammt aus der Zeit, als es noch kein elektrisches Licht gab. Räume wurden mit dem Kienspan vom Feuerbaum, Fackelbaum oder Kienbaum beleuchtet. Das Holz ist sehr harzreich und deshalb gut geeignet, lange zu brennen. Die fingerdicken Späne wurden gut getrocknet, oft nochmals in Pech oder Harz getaucht, um dann im Kienhalter die Räume zu erleuchten. In Notzeiten wurde die innere Schicht der Kiefernrinde zu Mehl verarbeitet und Brot daraus gebacken.
Die Nadeln der Kiefer wachsen paarig aus einer graubraunen, dünnen Scheide und sind von blaugrüner Farbe. Diese Nadeln werden bis zu 7 cm lang und sind sehr starr. In alten Zeiten fand man auch Verwendung für diese starren Nadeln. Die abgezupften Nadeln wurden in lauwarmes Wasser gelegt und angegoren. Durch den Gärvorgang wurde die äußere Haut aufgebrochen und die weiche Faser kam zum Vorschein. Diese sogenannte „Waldwolle“ wurde getrocknet und als Füllmaterial für Polster und Matratzen verwendet.
Die männlichen Blüten der Kiefer sind in geschlossenem Zustand kugel- bis eiförmig und grün gefärbt. Aufgeblüht werden sie ca. 2 cm lang, sind walzenförmig und von rotbrauner Farbe. In den weiblichen Blüten bilden sich nach der Bestäubung und Befruchtung die Samen. Diese befruchteten Zapfen sind anfangs dunkelgrün und reifen erst im November des zweiten Jahres. Wenn der Samen durch den Wind weitergetragen wurde, fallen diese Zapfen ab. Die Kiefer blüht erstmals nach 30 Jahren.
Bei unseren Ahnen war die Kiefer als Heilmittel bekannt. Hippokrates verwendete das Harz zum Aufweichen von Geschwüren und die Rinde als Räucherwerk bei Frauenleiden. Zur Gewinnung des Harzes werden die Bäume angezapft und das austretende Harz in Gefäßen aufgefangen. Im 12. Jahrhundert wurde die Kraft der Kiefer bei rheumatischen- und Atemwegserkrankungen genutzt, aber auch als Räuchermittel, zur Einreibung und für Bäder.
Das heute noch verwendete Terpentin war bereits bei den Ägyptern bekannt. Es wurde zum Einbalsamieren der Toten gebraucht um diese zu mumifizieren.
Neben dem Holz gibt uns die Kiefer auch Harz sowie aus den Nadeln das Kiefernöl. Junge Triebe enthalten viel Vitamin C.
Bei der Destillation des Harzes werden neben dem Kiefernadelöl auch Terpentinöl und Kolophonium gewonnen.

Anwendungsbereiche von ätherischem Kiefernöl:
• Erkältung
• Husten/Bronchitis
• Antibakteriell
• Unterstützt das Abhusten von zähem Schleim
• Arthritis
• Ekzeme, Furunkel
• Blasenentzündungen
• Epithelisierend
• Antiparasitär
• kreislaufanregend
Das ätherische Öl ist ein Balsam für unsere Seele. Trauer und Tränen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, können sich durch den Duft der Kiefer lösen. Fröhlichkeit und Zuversicht bekommen Platz und können uns von der inneren Trauer befreien.

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Das Öl mischt sich gut mit allen Zitrus- sowie Kräuterölen!
Nebenwirkungen:
Durch die Anregung der Durchblutung im Atemtrakt kann es bei Menschen mit Bronchialasthma zu krampfartigen Beschwerden kommen. Bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck ist ebenfalls Vorsicht geboten.
Anwendungen:
Hustentee nach Susanne Fischer-Rizzi:
2 Teile Kiefernsprossen
2 Teile Königskerzenblüten
1 Teil Thymian

2 TL dieser Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. Ziehen lassen und mit Honig gesüßt trinken.
In den Kiefersprossen ist ein hoher Anteil an Vitamin C sowie Antioxidantien enthalten!

Kiefernbalsam
50 g Kiefernharz
40 g Olivenöl
1 EL Honig
10 g Bienenwachs
10 Tr. ätherisches Rosmarinöl

Das Harz im Olivenöl schmelzen. Durch ein Sieb in ein Becherglas gießen, den Honig und das Bienenwachs einrühren. So lange erwärmen, bis beides geschmolzen ist. Etwas abkühlen lassen. Danach das ätherische Öl einrühren und in kleine Behälter abfüllen.

TIPP: Unbedingt einen alten Kochtopf verwenden, da das Harz sehr hartnäckig kleben bleibt!

Waschungen mit Tee aus Kiefernnadeln beruhigt strapazierte Haut. Gleichzeitig wirken die Waschungen desinfizierend.

200 g Kiefernadeln auf 1 Liter Wasser. Abkochen und diesen Tee als Badezusatz, oder wie oben beschrieben für Waschungen verwenden.

Als Tinktur für Einreibungen. Nadeln gut zerkleinern und in eine verschließbare Flasche füllen. Mit Ansatzkorn übergießen und 2 – 3 Wochen an einem hellen, warmen Ort ausziehen lassen. Danach abseihen und in kleine Flaschen füllen.

Raumduft „Waldspaziergang“
20 Tr. Kiefernadel
10 Tr. Zirbelkiefer
1 Tr. Eichenmoos Absolue 50:50 in Alk.

Von dieser Mischung ca. 8 Tropfen in das Raumbeduftungsgerät.



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Vorgenannte Tipps dienen nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich dazu, das Wohlbefinden zu steigern. Laufende Behandlungen beim Arzt und die Einnahme von Medikamenten dürfen nicht abgesetzt werden.

Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Eliane Zimmermann „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, Steflitsch, Wolz, Buchbauer „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“, „Blätter von Bäumen“ Susanne Fischer-Rizzi; „Baumheilkunde“ Renato Strassmann; „Die heiligen Pflanzen unserer Ahnen“, Norbert Griebl


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