Aromatische Neuigkeiten aus dem

 

Schafgarbe
(Achillea millefolium)



Die widerstandsfähige sehr anspruchslose Pflanze wächst in Europa auf Wiesen und Feldrändern. Die ganze Pflanze duftet sehr aromatisch. Aus einer Blattrosette wächst ein glatter bis behaarter Stängel, der innen markhaltig ist, auf dem sich die Blüte bildet, welche einfach oder zusammengesetzt ist und aus vielen kleinen körbchenförmigen schmutzig -weiß bis rosafarbenen Blüten besteht.
Schafgarbe ist eine wichtige Heilpflanze in der Volksmedizin. Der Name leitet sich folgendermaßen ab: Achillea nach Achilles, dem Held aus dem trojanischen Krieg, der die Pflanze entdeckt und bei Wunden angewendet haben soll. Millefolium von mille = tausend und folium = Blatt. Der zweite Teil des deutschen Namens Schafgarbe leitet sich vom althochdeutschen garwe ab, was so viel wie „Gesundmacherin“ heißt.
Dr.Wighard Strehlow schreibt in seinem Buch über die Wirksamkeit von Schafgarbe gegen multiresistente Streptokokken folgendes: „Die Schafgarbenheilung grenzt ans Wunderbare selbst in kritischen Situationen, wenn sämtliche Antibiotika versagen, wie zum Beispiel bei Wundheilungsstörungen durch Hospitalkeime mit multiresistenten Streptokokken-Infektionen“.
Diese wundheilende und infektionshemmende Wirkung beruht hauptsächlich auf dem reichlich vorhandenen ätherischen Öl. Aber auch Gerbstoffe, Flavonoide, Alkaloide, Bitterstoffe u.v.m. wird von der Pflanze geliefert.
Anwendung findet Schafgarbenkraut bei Verdauungsstörungen und Koliken, zur Pflege der Gesichtshaut in Dampfbädern. Tee aus der Schafgarbe hilft bei Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen im Becken, kalten Fingern, wetterbedingter Migräne, Probleme mit der Menstruation, bei Zysten.
Ätherisches Schafgarbenöl hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird deshalb gerne als Haut- und Heilöl verwendet. Der hohe Anteil an Chamazulen gibt dem ätherischen Öl die blau-grüne Farbe – ähnlich dem der Kamille blau.
Nach Hildegard von Bingen heilt Schafgarbe aber nicht nur äußere, sondern ebenso innere, seelische Verletzungen. Damit sind solche gemeint, die durch Schockerlebnisse oder zwischenmenschliche Krisen entstehen. Hierfür wird das Kraut und nicht das ätherische Öl verwendet.

Anwendungsbereiche von ätherischem Schafgarbenöl:
• Nervenschmerzen
• Nervenentzündungen
• Sehnenscheidenentzündungen
• Verstauchungen
• Schlecht heilende Wunden
• blutstillend
• Zur Leberstärkung

Kombination mit anderen ätherischen Ölen:
Mischt sich gut mit Blüten- und Zitrusölen, aber auch mit Vetiver, Sandelholz und ätherischen Öle aus Kräutern wie z.B. Majoran, Salbei und Basilikum.

Nebenwirkungen:
in geringer Dosierung und bei äußerer Anwendung keine Nebenwirkung bekannt. Nicht zur inneren Anwendung bei Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern geeignet!

Anwendungen:
Bei Menstruationsbeschwerden:
je 5 Tr. äth. Schafgarben- und Majoranöl, 4 Tr. äth. Muskatellersalbeiöl auf 50 ml Johanniskrautöl. Mit dieser Mischung sanft den Unterleib massieren.

Gesichtcreme:
für empfindliche Haut mit Weihrauch und Schafgarbe!
Schafgarbenhydrolat eignet sich gut bei juckender Haut. Bei Schuppenflechte, Ekzemen direkt aufgesprüht, oder als Kompresse verwendet.

Schafgarbenwein gegen Schockerlebnisse nach Hildegard von Bingen:
3 EL Schafgarbenpulver in 1 L Wein zwei Minuten aufkochen und abseihen. Von diesem Wein soll über den Tag verteilt etwa ¼ l getrunken werden.
Allerdings muss man bedenken, dass Alkohol zwar bei einer Temperatur von 78° C verdampft, aber nicht zur Gänze – ein Rest Alkohol bleibt immer noch übrig. Menschen mit Lebererkrankungen und ehemalige Alkoholiker sollen auf diese Rezeptur verzichten.

Schafgarben-Minzesirup:
3 Handvoll Schafgarbendolden
1 Handvoll Pfefferminze
2 lt. Wasser
2 kg Zucker
3 Zitronen in Scheiben
7 dag Zitronensäure

Wasser und Zucker aufkochen und abkühlen lassen. Zitronenscheiben und -säure, Schafgarbe und Minze beigeben.
2 Tage ziehen lassen, öfters umrühren, abseihen und abfüllen
Haltbarkeit: ca. 1 Jahr.

Leberwickel mit Schafgarbe:
4 EL Schafgarbenkraut mit 1 l kochendem Wasser übergießen und 10 Min. ziehen lassen – abgießen. (Ich gebe noch zusätzlich 1 Tropfen ätherisches Öl dazu) Ein Baumwolltuch in dem Absud tränken. Gut auswringen (Wickel soll heiß und trocken sein) und auf die rechte Oberbauchseite legen. Mit einem trockenen Tuch abdecken, in ein Wolltuch wickeln und zumindest 30 Min. ruhen. Es soll keine Kältebrücke entstehen. Bei Bedarf noch Schafwolle oder eine Wärmeflasche auflegen. Nach 30 Min. den Wickel entfernen, mit dem Wolltuch die Lebergegend warm halten und zumindest 30 Min. nachruhen. Die Entgiftugsleistung der Leber wird unterstützt!
ACHTUNG: Diese heißen Wickel nicht bei Gallenblasenentzündung anwenden!

Zahlreiche Rezepte gibt es im Kochbuch „Aromaküche – Gaumenfreuden mit ätherischen Ölen“ – zu bestellen bei mir: ursula.kutschera@aon.at.

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Quellenangaben:
Ruth von Braunschweig/Monika Werner „Praxis Aromatherapie“, Gerti Samel, Barbara Krähmer „Die heilende Energie der ätherischen Öle“, Dietrich Wabner, Christiane Beier „Aromatherapie, Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis“, Susanne Fischer-Rizzi, „Das große Buch der Pflanzenwässer“, Ursel Bühring,“Kuren für Körper und Seele“, Zeitschrift „natur & heilen, die Monatszeitschrift für gesundes Leben.
Fotos: Ursula Kutschera, Wikipedia


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Schafgarbe